Montag, 18. Februar 2008

Chancen in Mülheim 1



So früh aufstehen ist grausam! Aber die Zugverbindungen sind so schlecht und die Staus auf der entsprechenden Autobahnstrecke so zuverlässig... also ging es für mich in der letzten Woche meist um 06:14 mit dem Zug los, in dem schon David und Jolle saßen.

Montagmorgen.
Die 10. 11. und 12. Klasse der Mülheimer Waldorfschule sitzen im großen Eurythmiesaal ihrer Schule an die Wände gelehnt auf dem Boden. Eine Lehrerin, bei der einige der Schüler (soweit ich weiß) Sozialkunde haben, erklärt den Grund, warum wir da sind. Sie geht, auch alle anderen Lehrer verlassen den Raum, die Türe schließt hinter ihnen, David ergreift das Wort und unter allen anderen wird es mucksmäuschenstill. Wir versuchen zu dritt darzustellen, mit welchen Intentionen man sich durch ein 12. Schuljahr bewegen kann, wenn es niemand von außen fordern kann und auch nicht abschlussrelevant sein muss. Es ist ruhig, so dass wir reden können, aber wollen uns wirklich alle zuhören?
Wir laden ein nach einer Pause diejenigen ein, die Interesse haben, weiter zu reden und es kommen fast alle wieder.
Ein Schüler schlägt vor, in kleineren Gruppen konkretere Vorstellungen für ein 12. Schuljahr herauszuarbeiten - das geschieht und anschließend stellen zwei dieser Gruppen vor, was sie auch teilweise auf großen Blättern notiert haben. Es zeigt sich, dass der Abschluss und da vor allem das Abitur für die meisten absolute Priorität hat, selbt wenn sie noch nicht wissen, wofür sie eine Hochschulzugangsberechtigung brauchen. Dann ist unsere Zeit vorbei
- seltsam, den Schülern anzubieten, auf etwas, was sie bestimmen, soviel Zeit zu verwenden, wie sie wollen und (da das erst in der Zukunft umsetzbar wird) dann sagen zu müssen "gleich geht der Unterricht weiter".

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