Montag, 27. Juli 2009

Was will ich sehen?

Am Donnerstag war das dritte Showing der BewegungsArt-Tänzer, die jetzt seit einem Jahr diese Schule besuchen. Ich bin zum Aufbauen gekommen, weil ich dort oft viele nette Leute treffen kann und habe Fotos gemacht, wenn es gerade nichts besseres zu tun gab.

Bei Generalprobe und Aufführung habe ich dann die Beleuchtung gemacht und nur bei den letzten Stücken einfach zugeschaut.
Als Beleuter war ich ganz anders bei der Sache, als als Zuschauer, insofern sage ich aus einem sehr speziellen Blickwinkel: Es ist wahrscheinlich die Spannung, die das Publikum in den Raum bringt, die die Tänzer zu viel mehr Präsenz animiert und die Aufführung in ihrer Qualität über die Generalprobe hebt, aber die allerschönste Präsenz und Atmosphäre habe ich beim Aufbauen erlebt. Vielleicht lag das daran, dass an dem, was getan wurde der Sinn, warum es getan wurde so unmittelbar zu erkennen war? Die Situation war so schön ehrlich.

Wie kann ich solch schöne Situationen im Theater und im Tanz schaffen?
Es hat zwar auch eine Qualität, zu sehen, wie verrückt improvisiert wird, weil es den Raum der unbegrenzten Möglichkeiten öffnet, eine Freiheit neben dem Gewöhnlichen zeigt, aber fast ist das schon Gewohnheit in den Tanzstückchen, die ich dort über gut ein Jahr gesehen habe und damit kommt mir die Frage nach dem Sinn wirder.
Im Gegensatz zu Routine, System, Zweckmäßigkeit ist die Tanzimprovisation so befreiend, solange sie nicht selbst Gewohnheit wird.
Aber Theater und Tanz ist - da fühle ich oft eine Sicherheit - sinnvoll. Wie wird das sichtbar?

Dienstag, 14. Juli 2009

Vogelscheuchen

Ich habe an einem Samstag eine Gräfin getroffen, die sich wünscht, dass ihre Kleider von Vogelscheuchen getragen werden, wenn sie gestorben ist. Sie sagte, sie nähme Mode nicht sonderlich ernst - und das auf ihrer Modenschau zum 25jährigen Jubiläum!
Sie ist eine herrliche Frau. Ein paar Wochen vor ihrer Modenschau sah sie Tänzer der BewegungsArt auf der Straße und engagierte sie. So hatten ihre Mitarbeiterinnen mehr Luft für ihre Kleidungswechsel. Praktisch, fröhlich und kreativ koordinierte sie vielleicht 40 Menschen in den Vorbereitungen.
Nach drei Stunden Probe in denen ich einmal nichts ahnend auf frisch gewischtes Parkett geriet und mit meiner Wange auf eine Stuhlkante waren eine Art Schleiertanz, das AbROCKen in Plastik mit Stoffresten, ein Elfentanz mit Blumen, ein Vogelscheuchentanz und das Umeinandertanzen mit Mundschutz und Herztaschen angelegt. Der AUftritt machte noch mehr Spaß als die Proben. Ich wurde nur schüchtern, wenn mich die Tänzer fragten, wie sie sich schminken sollten, ob die Verkleidung gut sei und wann wohl der richtige Zeitpunkt für den Auftritt sei...