Mittwoch, 28. März 2012

49!!!

Die Premiere am 3. April findet in der Mergelteichstraße 49 (nicht 47) statt!

"Im Rahmen der Ostertagung im PSZ-Dortmund (30.3.-4.4.12) in welche das Theaterstück gebettet ist, werden in Vorträgen und Workshops kognitiv wie künstlerisch Bezüge zu den Gegenwartsmenschen Max Frisch, Ingeborg Bachmann und Paul Celan hergestellt. Es verspricht spannend zu werden..."Anja

Für seine Ostertagung hatte der Novalis Hochschulverein auch im letzten Jahr "Iphigenie" und "Tasso" von Ralf Peter Frenzen inszenieren lassen. In diesem Jahr also "Santa Cruz".

www.novalis-hochschulverein.de

Geschickt

Folgendes hat Anja im Internet als Aufführungs-Ankündigung für Göttingen gefunden und mir geschickt. Dort wurde das Stück 2007 im 'Theater im OP' aufgeführt:

'Santa Cruz'

Drei Menschen begegnen sich wieder nach 17 Jahren.
Im Hafen von Santa Cruz kreuzten sich damals ihre Wege: Die des unsteten Seefahrers Pelegrin, seiner Geliebten Elvira und des Rittmeisters, eines Edelmannes, der versuchte, aus seiner Lebensordnung auszubrechen. Pelegrin entschied sich für sein Leben voller Abenteuer, Elvira und der Rittmeister für einander und das sesshafte Glück der Familie. Nun, im Wiedersehen, schwindet die bequeme Alltagsblindheit der drei für das gelebte Leben, und die Hinterfragung der Gegenwart lässt die Erinnerung und die Vergangenheit heranrücken, als geschähe sie gerade erst.

Die Handlung setzt an, wo Liebesgeschichten für gewöhnlich enden. Nach dem Happy End, Jahre danach. An dem Moment der Rückschau, bei der Frage, wie man sein Leben gelebt hat.
Waren die eingegangenen Kompromisse, die geleisteten Opfer wirklich notwendig? Wäre die nagende Sehnsucht ausgeblieben, wenn man andere Entscheidungen getroffen hätte, oder ist das Gras einfach immer grüner auf der anderen Seite des Hügels?
Das zu Unrecht selten gespielte frühe Stück Frischs nimmt die zentrale Thematik späterer Werke wie "Stiller" (1954), "Homo Faber" (1957) und "Andorra" (1961) vorweg: Die Frage nach der persönlichen Identität.
Es gibt kein richtiges Leben im falschen, aber welches ist das richtige? Welchen Einfluss haben Erwartungen an sich selbst, an andere, von anderen? Entscheidungen konstruieren die eigene Biographie. Der Schrecken vergeudeten Lebens steckt in ihnen und in den Zweifeln an ihnen.

Mittwoch, 21. März 2012

Santa Cruz



es ist die Mergelteichstraße 49


"Max Frisch ist zwischen Fährnissen und Gräbern, zwischen Sonnen und Dämmerungen, zwischen Schauen und Traum ein Künder realsten Lebens." Heinz Hilpert
Dieses Zitat kann man ohne weiteres auch schon auf sein erstes Stück beziehen.

"Santa Cruz" ist Max Frischs erstes Drama, geschrieben 1944. Uraufgeführt wurde es aber erst 1946 nach seinem zweiten ("Nun singen sie wieder"1945) am Schauspielhaus in Zürich. In "Santa Cruz" war kein Bezug auf die aktuelle Zeit zu erkennen. Interessant ist aber die Zeitgestaltung innerhalb des Stückes.

Man könnte fragen: Warum schreibt er angesichts eines Weltkrieges so sehr aus seinen eigenen Fragen und Sehnsüchten?
Wenn er der Realität ausweichen wollte, tat er dies nur bis zu seinem nächsten Stück, dass er im folgenden Jahr schrieb. Vielleicht waren Themen oder Bilder in ihm, die dringender waren, als diejenigen, die sich von außen aufdrängten?