ich wohne gerade in einer WG mit Juan aus Südamerika. Gestern hat er mir wunderschöne Bilder aus alten Geschichten erzählt: Dass die Menschen, so wie sie auf der Erde gehen, von einem Zwilling begleitet werden, der seine Füße von der anderen Seite an die gleichen Stellen setzt. Bei den meisten Menschen ist ein gutes Stück Boden zwischen ihren Sohlen und denen des Zwillings - so wissen sie nichts von ihrem Geheimnis, oder ahnen es nur in Momenten... Es gibt aber Menschen, die gehen auf den Sohlen des Zwillings und er auf den ihren. So berühren diese Menschen die Erde anders - man könnte auch sagen gar nicht - und darum werden sie oft nicht verstanden von denen, die auf der Erde gehen. Sie sprechen manchmal und manchmal spricht auch der Zwilling aus ihnen und wer seinen Zwilling nicht kennt, bekommt es dann mit der Angst zu tun!
Wenn man jemanden trifft, mit dem man eine Nacht lang tanzt und ihn dann nie mehr wieder sieht, keinen Namen kennt und niemanden kennt, der ihn kennt... war das dann ein Mensch? Könnte es nicht genauso gut ein Geist gewesen sein - ein Engel?
Heute habe ich einen Versuch proben wollen: mit einer Flamme eine Glasscheibe sprengen! Ich fand nur zu große Scheiben und keinen Glasschneider, war eine Stunde lang unterwegs, konnte aber keinen besorgen... Als ich zurück kam war da ein kleiner Junge, der erstaunlich nah kam, ohne etwas zu sagen, als ich ihn begrüßte. Ich hatte den Versuch schon soweit aufgebaut, dass eigentlich nur noch die Glasscheibe fehlte und suchte noch einmal in der Garage nach einer Möglichkeit, die Scheibe zu zertrennen. Da stand der Junge plötzlich in der Garage, sagte nicht, wie er heiße, sondern dass dort drüben sein Vater warte, wollte wissen, was ich mache und riet mir auf meine Erklärung, meine Augen mit einem der Motorradhelme zu schützen, die dort an den Maschienen hingen. mit Motorradhelm, einem Handschuh und einem Handtuch traute ich mich nun, die Glasscheibe durchzubrechen und dann machte ich mich an den Versuch. Vor der Garage gelang er nicht: Der Wind bewegte die Flamme unter dem Glas hin und her - es wurde in der Fläche zu gleichmäßig und in der Zeit zu unregelmäßig erhitzt. Der Junge schlug vor, das ganze in der Garage zu machen. Wir bauten mit einem umgekippten Tisch, Brett, Eimer und Blumentöpfen eine Barriere rund um das Dreibein, auf dem die Glasscheibe lag und unter dem die Kerze stand. Vier oder fünf Minuten lang warteten wir mit Motorradhelmen in der Garage. Lange passierte nichts und dann war es auch schon vorbei! Das Glas war krachend zersplittert, gerade, als wir beide nicht hinsahen. Der Junge sagte noch so etwas wie, es sei spannend gewesen und ging... und vielleicht werde ich ihn nie mehr wiedersehen?
Mittwoch, 24. Februar 2010
Montag, 15. Februar 2010
Dienstag, 26. Januar 2010
es ist an der Zeit
das habe ich heute von der Frau hinter der Kasse bei Aldi gehört. Sie sagte es aus einem so hellen Gesicht, dass ich mich schon gefragt hatte, wie sie sich schminkt. Sie sagte, dass die Menschen gut werden, ehrlich! und dass es an der Zeit dafür sei. Sie freute sich wie eine Schneekönigin darüber, dass eine Schönheit mit schwarzglänzendem Haar mir die 20 Cent gab, die mir für sechs Eier, eine Packung Käse, 250g Butter und das Brot gerade fehlten. Sie freute sich so, dass sich die halbe Schlange an der Kasse mitfreute. Sie freute sich weil das heute schon zum dritten mal so war, dass jemand für jemand anderen mitbezahlte und sie schien dadurch wie in eine Zukunft mit einer ganz anderen Gesellschaft schauen zu können
Sonntag, 17. Januar 2010
Verwandlung
Die Backstage-Fotos von unseren Aufführungen im Dezember haben nochmal Anlass gegeben, über das ein oder andere nachzudenken: was gut gelaufen ist und was nicht, was sich in mir verwandelt hat bis dahin und seit dem
und was nicht.

Es gibt anscheinend keine Fotos von unserem Spiel und ich wurde nur in einer Verkleidung geknipst. Es ist .............. wie schnell so eine Aufführung vorbei ist! So wenig ist greifbar übrig geblieben, dass ich wieder versucht bin zu denken, ich hätte nichts gemacht, nichts gelernt, keine Fähigkeiten mitgenommen.
D a s muss ich verwandeln!

.
und was nicht.
Es gibt anscheinend keine Fotos von unserem Spiel und ich wurde nur in einer Verkleidung geknipst. Es ist .............. wie schnell so eine Aufführung vorbei ist! So wenig ist greifbar übrig geblieben, dass ich wieder versucht bin zu denken, ich hätte nichts gemacht, nichts gelernt, keine Fähigkeiten mitgenommen.
D a s muss ich verwandeln!
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Freitag, 8. Januar 2010
Montag, 4. Januar 2010
Wiedersehen

"Schöner als der beachtliche Mond und sein geadeltes Licht,
Schöner als die Sterne, die berühmten Orden der Nacht,
Viel schöner als der feurige Auftritt eines Kometen
Und zu weit Schönerem berufen als jedes andere Gestirn
Weil dein und mein Leben jeden Tag an ihr hängt, ist die Sonne.
(...)
Ohne die Sonne nimmt auch die Kunst wieder den Schleier,
Du erscheinst mir nicht mehr, und die See und der Sand,
Von Schatten gepeitscht, fliehen unter mein Lid
Schönes Licht das uns warm hält bewahrt und wunderbar sorgt,
Daß ich wieder sehe und daß ich dich wiederseh!
Nichts Schöneres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein...
(...)
Gefärbt, geformt, in die Welt gekommen mit einer Sendung von Licht..."
(aus "An die Sonne" von Ingeborg Bachmann)
Nach anderthalb Jahren bin ich mal wieder in Hugoldsdorf gewesen.
Es hat sich so viel verändert, dass mir erstmal schwindlig wurde und doch steht das "Herzlich Willkommen" nach wie vor an der Küchentür. Freunde haben den Ort neu kennen gelernt und ich habe vielleicht neue Freunde kennen gelernt und mehr alte wiedergesehen, als ich mir hätte träumen lassen.
Das Motto "Schone fremde Freiheit und zeige deine eigene" hat für mich über den Jahreswechsel eine neue Dimension angeschnitten:
Eine Beziehung, in der nur der Partner Bezugspunkt ist, kann seine Freiheit einschränken und zeigt meine nicht. Wenn für den anderen aber erfahrbar wird, was mein Bezug zur Welt ist, ist das Motto eher zu erfüllen.
Kann das so stehen bleiben?
"Erklär mir Liebe"
Samstag, 19. Dezember 2009
"es wird nur schwer interessieren, wer sich für ein ungebrochen Eines hällt"*
Gestern war ich in einer 6. Klasse, mit der ich bald ein Hörspielprojekt und die erste Physik mache.
Vorgestern hatte ich Geburtstagsblues.
Dienstag war mein Diplomvortrag zum Thema "Selbstbild - Annäherungen an eine Grenzschicht".
Am letzten Wochenende stand ich als Bauernmädchen, Bürgersfrau, Marte und Hexe in "Faust I" auf der Bühne.
Vor drei Wochen bin ich umgezogen (und nächste Woche ziehe ich wieder um).
Und vor anderthalb Monaten kam ich aus Jordanien zurück.
Nicht, dass das alles war - seit meinem letzten Eintrag bin ich zwei mal umgezogen, und und und
jetzt habe ich erst nächstes Jahr wieder Stress,
kann wieder...
Bücher lesen
und meine Eltern besuchen
hier etwas schreiben
und mir Gedanken darüber machen, dass ich einerseits so viel will für die Zukunft
andererseits nicht weiß, was ich in Zukunft machen will
*aus der Einleitung meiner Diplomarbeit, wenn ich mich recht entsinne
Vorgestern hatte ich Geburtstagsblues.
Dienstag war mein Diplomvortrag zum Thema "Selbstbild - Annäherungen an eine Grenzschicht".
Am letzten Wochenende stand ich als Bauernmädchen, Bürgersfrau, Marte und Hexe in "Faust I" auf der Bühne.
Vor drei Wochen bin ich umgezogen (und nächste Woche ziehe ich wieder um).
Und vor anderthalb Monaten kam ich aus Jordanien zurück.
Nicht, dass das alles war - seit meinem letzten Eintrag bin ich zwei mal umgezogen, und und und
jetzt habe ich erst nächstes Jahr wieder Stress,
kann wieder...
Bücher lesen
und meine Eltern besuchen
hier etwas schreiben
und mir Gedanken darüber machen, dass ich einerseits so viel will für die Zukunft
andererseits nicht weiß, was ich in Zukunft machen will
*aus der Einleitung meiner Diplomarbeit, wenn ich mich recht entsinne
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