Meine ersten beiden Schauspielschülerinnen haben ihre ersten beiden Aufnahmeprüfungen beim Theater der Keller in Köln www.theater-der-keller.de und an der Alanus Hochschule www.alanus.edu/studium-schauspiel.html bestanden!
Herzlichen Glückwunsch!
Wo geht es jetzt wohl hin?
Sonntag, 8. Juli 2012
Donnerstag, 28. Juni 2012
Presse Santa Cruz
Am 18. Mai im "Goetheanum" schreibt
CURRO CACHINERO
Poetenfessel
Im Dezember letzten Jahres – versammelt um einen Wittener Küchentisch – lesen zwölf Menschen das Stück ‹Santa Cruz› von Max Frisch. Sofort fällt die verwirrende Zeitstruktur ins Auge: Die Szenen springen vor und zurück – 17 Jahre später – dazwischen ein immer wiederkehrender Traum. Der erste Leseeindruck zeigt, dass hier ‹Karmisches› vorliegt: sowohl zwischen uns, den Spielenden, und diesem Stoff wie auch in der verwickelten Liebesgeschichte zwischen Elvira, einem Rittmeister und dem Vaganten Pelegrin. Monate des Übens ziehen ins Land. Die Theatertruppe – von 17 bis 77 – findet sich zwischen «rumorendem Sturmwort» und tschechowscher Meditation probend in verschiedenen Waldorfschulen wieder. Langsam entsteht ein Bild, die Texte sind gelernt, Feinarbeit nimmt zu, die Spannung steigt bis zur Premiere am 3. April. Die Ostertagung des Novalis-Hochschulvereins ‹Erkennen und künstlerisches Schaffen› bildet den Rahmen. Klaus Hartmann stellt seine These zur Verknüpfung von Max Frischs Neuland- gewinnung innerhalb der deutschen Nachkriegsliteratur und Hernán Cortés’ Eroberung des Azteken-Reiches vor. Vom Welt-Eroberer zum Welt-Literaten. Relativ unberührt von schicksalshaften Hintergedanken verläuft das Umkleiden hinter der Bühne während der Aufführung, deren Applaus Erfolg verheißt. Auch wenn Hartmanns Deutung hypothetisch bleibt, ein erhellender Gedanke blieb mir, dem gerade auch im Leben ‹gefesselten Poeten›: Äußere Wirksamkeit und Kontemplation können sich in einem oder mehreren Leben abwechseln. Inneres Ringen oder das Erobern von Kontinenten, beides kann am Ende gleich- wertige Substanzen beitragen, zur Verwandlung der Erde in eine zukünftige Sonne.
CURRO CACHINERO
Poetenfessel
Im Dezember letzten Jahres – versammelt um einen Wittener Küchentisch – lesen zwölf Menschen das Stück ‹Santa Cruz› von Max Frisch. Sofort fällt die verwirrende Zeitstruktur ins Auge: Die Szenen springen vor und zurück – 17 Jahre später – dazwischen ein immer wiederkehrender Traum. Der erste Leseeindruck zeigt, dass hier ‹Karmisches› vorliegt: sowohl zwischen uns, den Spielenden, und diesem Stoff wie auch in der verwickelten Liebesgeschichte zwischen Elvira, einem Rittmeister und dem Vaganten Pelegrin. Monate des Übens ziehen ins Land. Die Theatertruppe – von 17 bis 77 – findet sich zwischen «rumorendem Sturmwort» und tschechowscher Meditation probend in verschiedenen Waldorfschulen wieder. Langsam entsteht ein Bild, die Texte sind gelernt, Feinarbeit nimmt zu, die Spannung steigt bis zur Premiere am 3. April. Die Ostertagung des Novalis-Hochschulvereins ‹Erkennen und künstlerisches Schaffen› bildet den Rahmen. Klaus Hartmann stellt seine These zur Verknüpfung von Max Frischs Neuland- gewinnung innerhalb der deutschen Nachkriegsliteratur und Hernán Cortés’ Eroberung des Azteken-Reiches vor. Vom Welt-Eroberer zum Welt-Literaten. Relativ unberührt von schicksalshaften Hintergedanken verläuft das Umkleiden hinter der Bühne während der Aufführung, deren Applaus Erfolg verheißt. Auch wenn Hartmanns Deutung hypothetisch bleibt, ein erhellender Gedanke blieb mir, dem gerade auch im Leben ‹gefesselten Poeten›: Äußere Wirksamkeit und Kontemplation können sich in einem oder mehreren Leben abwechseln. Inneres Ringen oder das Erobern von Kontinenten, beides kann am Ende gleich- wertige Substanzen beitragen, zur Verwandlung der Erde in eine zukünftige Sonne.
Mittwoch, 28. März 2012
49!!!
Die Premiere am 3. April findet in der Mergelteichstraße 49 (nicht 47) statt!
"Im Rahmen der Ostertagung im PSZ-Dortmund (30.3.-4.4.12) in welche das Theaterstück gebettet ist, werden in Vorträgen und Workshops kognitiv wie künstlerisch Bezüge zu den Gegenwartsmenschen Max Frisch, Ingeborg Bachmann und Paul Celan hergestellt. Es verspricht spannend zu werden..."Anja
Für seine Ostertagung hatte der Novalis Hochschulverein auch im letzten Jahr "Iphigenie" und "Tasso" von Ralf Peter Frenzen inszenieren lassen. In diesem Jahr also "Santa Cruz".
www.novalis-hochschulverein.de
"Im Rahmen der Ostertagung im PSZ-Dortmund (30.3.-4.4.12) in welche das Theaterstück gebettet ist, werden in Vorträgen und Workshops kognitiv wie künstlerisch Bezüge zu den Gegenwartsmenschen Max Frisch, Ingeborg Bachmann und Paul Celan hergestellt. Es verspricht spannend zu werden..."Anja
Für seine Ostertagung hatte der Novalis Hochschulverein auch im letzten Jahr "Iphigenie" und "Tasso" von Ralf Peter Frenzen inszenieren lassen. In diesem Jahr also "Santa Cruz".
www.novalis-hochschulverein.de
Geschickt
Folgendes hat Anja im Internet als Aufführungs-Ankündigung für Göttingen gefunden und mir geschickt. Dort wurde das Stück 2007 im 'Theater im OP' aufgeführt:
'Santa Cruz'
Drei Menschen begegnen sich wieder nach 17 Jahren.
Im Hafen von Santa Cruz kreuzten sich damals ihre Wege: Die des unsteten Seefahrers Pelegrin, seiner Geliebten Elvira und des Rittmeisters, eines Edelmannes, der versuchte, aus seiner Lebensordnung auszubrechen. Pelegrin entschied sich für sein Leben voller Abenteuer, Elvira und der Rittmeister für einander und das sesshafte Glück der Familie. Nun, im Wiedersehen, schwindet die bequeme Alltagsblindheit der drei für das gelebte Leben, und die Hinterfragung der Gegenwart lässt die Erinnerung und die Vergangenheit heranrücken, als geschähe sie gerade erst.
Die Handlung setzt an, wo Liebesgeschichten für gewöhnlich enden. Nach dem Happy End, Jahre danach. An dem Moment der Rückschau, bei der Frage, wie man sein Leben gelebt hat.
Waren die eingegangenen Kompromisse, die geleisteten Opfer wirklich notwendig? Wäre die nagende Sehnsucht ausgeblieben, wenn man andere Entscheidungen getroffen hätte, oder ist das Gras einfach immer grüner auf der anderen Seite des Hügels?
Das zu Unrecht selten gespielte frühe Stück Frischs nimmt die zentrale Thematik späterer Werke wie "Stiller" (1954), "Homo Faber" (1957) und "Andorra" (1961) vorweg: Die Frage nach der persönlichen Identität.
Es gibt kein richtiges Leben im falschen, aber welches ist das richtige? Welchen Einfluss haben Erwartungen an sich selbst, an andere, von anderen? Entscheidungen konstruieren die eigene Biographie. Der Schrecken vergeudeten Lebens steckt in ihnen und in den Zweifeln an ihnen.
'Santa Cruz'
Drei Menschen begegnen sich wieder nach 17 Jahren.
Im Hafen von Santa Cruz kreuzten sich damals ihre Wege: Die des unsteten Seefahrers Pelegrin, seiner Geliebten Elvira und des Rittmeisters, eines Edelmannes, der versuchte, aus seiner Lebensordnung auszubrechen. Pelegrin entschied sich für sein Leben voller Abenteuer, Elvira und der Rittmeister für einander und das sesshafte Glück der Familie. Nun, im Wiedersehen, schwindet die bequeme Alltagsblindheit der drei für das gelebte Leben, und die Hinterfragung der Gegenwart lässt die Erinnerung und die Vergangenheit heranrücken, als geschähe sie gerade erst.
Die Handlung setzt an, wo Liebesgeschichten für gewöhnlich enden. Nach dem Happy End, Jahre danach. An dem Moment der Rückschau, bei der Frage, wie man sein Leben gelebt hat.
Waren die eingegangenen Kompromisse, die geleisteten Opfer wirklich notwendig? Wäre die nagende Sehnsucht ausgeblieben, wenn man andere Entscheidungen getroffen hätte, oder ist das Gras einfach immer grüner auf der anderen Seite des Hügels?
Das zu Unrecht selten gespielte frühe Stück Frischs nimmt die zentrale Thematik späterer Werke wie "Stiller" (1954), "Homo Faber" (1957) und "Andorra" (1961) vorweg: Die Frage nach der persönlichen Identität.
Es gibt kein richtiges Leben im falschen, aber welches ist das richtige? Welchen Einfluss haben Erwartungen an sich selbst, an andere, von anderen? Entscheidungen konstruieren die eigene Biographie. Der Schrecken vergeudeten Lebens steckt in ihnen und in den Zweifeln an ihnen.
Freitag, 22. Juli 2011
Mittwoch, 29. Juni 2011
Samstag
Sonntag, 29. Mai 2011
Montag, 23. Mai 2011
Iphigenie
Am 29.05. um 20:00 Uhr spielen wir in der Waldorfschule Krefeld "Iphigenie auf Tauris" von Goethe.
Mein Lieblingsfeedback nach der Premiere kam von einem 16Jährigen:
"Ich will auch Theaterpädagoge werden!"
Mein Lieblingsfeedback nach der Premiere kam von einem 16Jährigen:
"Ich will auch Theaterpädagoge werden!"
Montag, 25. April 2011
Goethes Geheimnis
Der Nachklang ist bei mir ein bisschen bitter: zwei Tage vorher hatte ich mit "Iphigenie auf Tauris" ein abendfüllendes Stück gespielt und nun waren wir nach ca. 50 Minuten und gefühlten 25 Minuten fertig mit einem Stück, was kaum anders als subtil wirken kann. Haben wir uns dafür genug Zeit und Stoff gegeben? Konnten die Zuschauer in mein Spiel einsteigen, oder war die Prinzessin zu sehr vertraulich mit Tasso?
Samstag, 9. April 2011
Goethes Geheimnis
Vom 15. bis 20. April findet in Dortmund die Tagung "Goethe - gegenwärtiger Geist" statt. Es sind noch Plätze frei!
Zwei der Abendveranstaltungen gestalte ich mit und wer nicht zur Tagung kommt, kann trotzdem zuschauen:
"Iphigenie auf Tauris"
am 17.04. um 20:00 Uhr
Szenen aus "Torquato Tasso"
am 19.04. um 20:00 Uhr
Die Stücke hat Goethe während seiner Italienreise neu aufgegriffen und besonders sprachlich durchgestaltet. Vor allem der "Tasso" ist bisher eher unbekannt geblieben, weil man nicht wusste, dass er Goethe selbst mit der Krise und Liebe seines Lebens darstellt, und sich vielleicht auch vor der vollendeten Form scheute? Die wird bei uns - wenn alles gut geht - durch Chopins Musik live aufgelockert.
Zwei der Abendveranstaltungen gestalte ich mit und wer nicht zur Tagung kommt, kann trotzdem zuschauen:
"Iphigenie auf Tauris"
am 17.04. um 20:00 Uhr
Szenen aus "Torquato Tasso"
am 19.04. um 20:00 Uhr
Die Stücke hat Goethe während seiner Italienreise neu aufgegriffen und besonders sprachlich durchgestaltet. Vor allem der "Tasso" ist bisher eher unbekannt geblieben, weil man nicht wusste, dass er Goethe selbst mit der Krise und Liebe seines Lebens darstellt, und sich vielleicht auch vor der vollendeten Form scheute? Die wird bei uns - wenn alles gut geht - durch Chopins Musik live aufgelockert.
Mittwoch, 23. März 2011
Namen & Zeichen
"...ich machte mit der Hand ein Zeichen für Ende. Für das Ende, das kein Ende findet."*
Maria, Friedel und Flo geben den Namen "captura" auf und machen weiter im Freiraum Hugoldsdorf.
Ich habe auch andere Menschen gefunden, mit denen ich weitermachen kann. Vielleicht auch bald mit einem neuen Namen?
Haltungen und Gedanken, die ich mir in der captura-Arbeit angeeignet und gebildet habe, die captura gebildet haben und sich weiter als fruchtbar erweisen, prägen meine Arbeit immer weiter mit.
"Es war nie zu Ende. Man soll ruhig das Zeichen machen. Es ist kein trauriges Zeichen, es umflort die Bahnhöfe und Fernstraßen nicht, weniger als das täuschende Winken, mit dem so viel zu Ende geht." *(aus "Undine geht" von Ingeborg Bachmann)
im letzten Jahr
Montag, 14. März 2011
MärchenGeschichten
vor einer Woche war Premiere: vor einem Dutzend rosa Prinzessinnen, still belauscht von einem Krokodil und unter der Attacke von drei Spiderman - ganz zu schweigen von Piraten, Hexen, Zauberern, Cowboys... - haben wir "Schneeweißchen und Rosenrot" erzählt. Die Kindergärtnerinnen haben und engagiert, um einen "Ruhepol" im Rosenmontagsgetümmel zu schaffen. Das war Knochenarbeit aber es funktionierte.
Die zweite Aufführung gaben wir vor einem kleineren Publikum - es waren beim erstemal vielleicht dreimal so viele Kinder und nun waren auch mehr Kleinkinder dabei.
Zehn Minuten regte sich kaum etwas in unserem sehr feinen kleinen Publikum. Weit aufgerissene Augen und Münder, die sich vor Staunen nicht mehr schließen ließen. Dann stand ein Kind auf, kam ein paar Schritte noch vorne; ein anderes ließ sich auf den Bauch fallen; eines versteckte sich in einer Ecke. Zum Ende hin schob sich eine Amöbe aus vielleicht zehn liegenden Kindern langsam näher und näher an das Geschehen, dass wir in ihrem Ruheraum präsentierten. Wir waren fertig und eine Kindergärtnerin kam herein in die Stille "Hab ich was verpasst?" "jaaaa! ein Märchen" "und? hat es euch gefallen?" "Jaaaaa!"
Die zweite Aufführung gaben wir vor einem kleineren Publikum - es waren beim erstemal vielleicht dreimal so viele Kinder und nun waren auch mehr Kleinkinder dabei.
Zehn Minuten regte sich kaum etwas in unserem sehr feinen kleinen Publikum. Weit aufgerissene Augen und Münder, die sich vor Staunen nicht mehr schließen ließen. Dann stand ein Kind auf, kam ein paar Schritte noch vorne; ein anderes ließ sich auf den Bauch fallen; eines versteckte sich in einer Ecke. Zum Ende hin schob sich eine Amöbe aus vielleicht zehn liegenden Kindern langsam näher und näher an das Geschehen, dass wir in ihrem Ruheraum präsentierten. Wir waren fertig und eine Kindergärtnerin kam herein in die Stille "Hab ich was verpasst?" "jaaaa! ein Märchen" "und? hat es euch gefallen?" "Jaaaaa!"
Sonntag, 27. Februar 2011
Märchenbilder
... oder war es erst gestern? ... oder ist es immer noch so?
Schneeweißchen und Rosenrot"
Die Kostüme sind fertig, der Text ist in- und auswendig da, jede Person, die im Märchen auftaucht hat ihre eigene Stimme, es gibt ein wenig Gitarrenmusik dazu und wir arbeiten noch an der ein oder anderen Gebärde und Bewegung.
Die Kostüme sind fertig, der Text ist in- und auswendig da, jede Person, die im Märchen auftaucht hat ihre eigene Stimme, es gibt ein wenig Gitarrenmusik dazu und wir arbeiten noch an der ein oder anderen Gebärde und Bewegung.
Ab Anfang März ist es dann soweit: wir treten erstmal ganz exklusiv für
Kindergartenkinder auf und lassen uns mit unserem ca. 25 Minuten-Programm auch gerne buchen.
Bei weiter wachsendem Interesse werde ich auch eine Aufführung in der Gegend von Witten organisieren, wo uns Erwachsene zu Gehör und Gesicht bekommen können - aber das wohl nicht vor Mai.
Dienstag, 22. Februar 2011
Ich liebe Rundmails
nein, ich hasse sie natürlich. Ich bekomme viel lieber persönliche Nachrichten und oft treffen die Rundmails auch einfach nicht auf mein Interesse.
Aber manchmal eben doch.
Und ich liebe es definitiv, Rundmails zu schreiben - nein -
Antworten zu bekommen:
Da versuche ich ein bisschen Werbung für ein Theaterstück o.ä. zu machen und das scheint Leute an mich zu erinnern, die dann schreiben, was sie mich außerdem mal wissen lassen wollten, wie es ihnen geht, oder was sie machen werden, statt dieses Theaterstück zu besuchen.
Und das ist wirklich schön.
Und bei manchen stößt sogar meine Information auf Interesse! Ich übe mich auch darin, möglichst die - und nur die - anzuschreiben, bin dabei aber ganz auf meine Menschenkenntnis zurückgeworfen: Noch nie hat mir jemand geschrieben "Hör auf, mir deine blöden Mails zu schicken, ich interessiere mich nicht für Theater!"
Dienstag, 15. Februar 2011
Fortschritt von Wünschen
Wünsche erweisen sich mir zur Zeit als noch durchsetzungsfähiger, als ich es vermutet hatte!
Ganz alte (er ist jetzt schon mindestens vier Jahre), zunächst unmögliche Wünsche und ganz leise Wünsche, die ich kaum zu denken wagte und denen ich auch keine besondere Kraft geben konnte, wachsen in ihre Erfüllung hinüber. Ich finde Aufgaben, die mir gefallen, Menschen mit denen ich so arbeiten, so sein kann.
Ganz alte (er ist jetzt schon mindestens vier Jahre), zunächst unmögliche Wünsche und ganz leise Wünsche, die ich kaum zu denken wagte und denen ich auch keine besondere Kraft geben konnte, wachsen in ihre Erfüllung hinüber. Ich finde Aufgaben, die mir gefallen, Menschen mit denen ich so arbeiten, so sein kann.
Donnerstag, 25. November 2010
Wünschen für Fortgeschrittene
Herr Taschenbier: "ich wünsch mir Geld!... zwei Franc, fünf Lire, ein Dinar, zehn Pfennig... was soll ich denn damit?"
Sams: "du musst genauer wünschen, Papa. Du musst sagen, was für ein Geld es sein soll, wie viel, und wo es liegen soll."
Ein Freund, der auf Märkten Klamotten verkauft, erzählte, wie er sich gewünscht hatte, auf einem Markt eine bestimmte Summe einzunehmen und beim Geldzählen dachte, er sei bis auf zehn Euro an diese Summe herangekommen, bis sein Sohn ihm eröffnete, die zehn Euro seien in einer anderen Kasse. - Beim nächsten Markt funktionierte es nicht so. -
Auch meine Wünsche gehen oft in Erfüllung. Fast aus Versehen habe ich mir mal gewünscht, dass bei jemandem, der Pilze züchtet, diese nicht wachsen mögen - sie wuchsen nicht.
In Bezug auf meine Arbeit und meinen Partner scheue ich mich noch, mich wünschend allzu fest zu legen...
reicht es, mir einfach zu wünschen, dass ich finde, was passt und Raum für Entwicklung bietet?
Sams: "du musst genauer wünschen, Papa. Du musst sagen, was für ein Geld es sein soll, wie viel, und wo es liegen soll."
Ein Freund, der auf Märkten Klamotten verkauft, erzählte, wie er sich gewünscht hatte, auf einem Markt eine bestimmte Summe einzunehmen und beim Geldzählen dachte, er sei bis auf zehn Euro an diese Summe herangekommen, bis sein Sohn ihm eröffnete, die zehn Euro seien in einer anderen Kasse. - Beim nächsten Markt funktionierte es nicht so. -
Auch meine Wünsche gehen oft in Erfüllung. Fast aus Versehen habe ich mir mal gewünscht, dass bei jemandem, der Pilze züchtet, diese nicht wachsen mögen - sie wuchsen nicht.
In Bezug auf meine Arbeit und meinen Partner scheue ich mich noch, mich wünschend allzu fest zu legen...
reicht es, mir einfach zu wünschen, dass ich finde, was passt und Raum für Entwicklung bietet?
Samstag, 18. September 2010
Sonntag, 5. September 2010
Feldforschung
Was ist Umwelt?
...
Du für mich
Ich für dich
...
Umwelt gibt es nicht!
Meinst du, dass sich zu wenige Menschen gegen Umweltverschmutzung engagieren? Es wäre kein Wunder: was interessiert mich eine Verschmutzung, die mich nicht betrifft? - "Aber Umweltverschmutzung zerstört auch die Lebensgrundlagen für die Menschen" mag da jemand sagen und doch sagt das Wort Umweltverschmutzung selber etwas völlig anderes!
Umwelt ist gerade das um mich herum, was ich NICHT bin. Ich nehme mich aus meiner Umwelt mehr heraus, als dass ich mich einbeziehe. Ein Mensch ist irgendwie noch Natur, oder sie etwas an ihm, seine Umwelt ist er nicht. Somit bezeichnet "Umweltverschmutzung" etwas, was es durch den Zusammenhang unserer Lebenswelt kaum geben kann: die Beeinträchtigung der Natur nur in Teilen, die den Verschmutzer nicht tangieren. Paradoxerweise unterstützt das Wort mit dieser, vielleicht unterschwelligen Bedeutung aber die Verschmutzung der Natur.
Was ist den eigentlich Natur?
Meine Nägel sind noch schwarz vom Jäten, die Haut rot weiß getupft in Erinnerung an die Brennnesseln, die bald vertrocknen und verrotten. Das Kräuterlabyrinth, in dem ich gearbeitet habe, besteht aus natürlichen Heil- und Gewürzpflanzen, ist aber ohne Kultivierung kaum beständig. Die Natur würde dort in ein paar Jahren kaum ein Kraut zurücklassen. Vielleicht noch Brennnessel und vor allem Gras, Gras, Gras.
Wo in Deutschland wäre die "Natur" beständig in ihrer Artenvielfalt ohne menschliches Eingreifen? - Klar ist, das einige menschliche Eingriffe auch Übergriffe sind, die Arten bedrohen - und trotzdem...?
Wie kann sich der Mensch seinen Lebensraum schaffen, sich entfalten, entwickeln? Die Natur braucht sicher Anteil an einem solchen Lebensraum. Es müsste wahrscheinlich ebenso Lebensraum für verschiedenste Pflanzen und Tiere sein. Ist es nicht menschlich, so viel wie möglich zu entdecken, auszuprobieren und dann Nutzungen zu finden, zu erfinden? Durch sein So-sein und Nicht-so-sein gegenüber der Natur erkennt sich der Mensch. Allein seine Aufmerksamkeit und Präsenz verändert Natur. Und wenn wir ganz genau hinschauen, hinhören, riechen, schmecken, tasten, fühlen... diese genaue Beobachtung verändert unsere Natur, schärft unsere Sinne, kultiviert ihre Nutzung und kultiviert auch das Wahrgenommene, bezieht es ein in unsere Kultur. Wie kann es dann weitergehen?
Mit sensibler Wahrnehmung wird mehr zu erkennen sein vom sinnvollen Miteinander mit der Natur, aber kaum ein Mensch muss eine Fähigkeit für jede Situation neu lernen - er kann etwas und wendet es an, spricht seine Muttersprache nicht nur mit der Mutter, sondern mit jedem anderen, bis er an einen gerät, der ihn herausfordert, die nächste Sprache zu lernen...
Mit geschärften Sinnen, wenn das Beobachten kultiviert wird, treten auch im miteinander neue Feinheiten zu Tage, es wird möglich, Neues zu denken.
Kultur wächst.
(das waren ein paar an meine diesmonatige Ausbildung anschließende Gedanken.)
mehr dazu:
www.erfahrungsfeld.wittenannen.net
Dienstag, 31. August 2010
In Ermangelung einer Kamera: Berlin
Zwei Männer, einer mit Regenschirm, der sich den Jackenkragen zuhält, Schultern hochzieht, Brille trägt und einer, der die Arme und Schultern hängen läßt mit offenem Mund und Blick daneben im Regen.
Ein Alter kämpft mit seinem Regenschirm - nicht mit dem Wind - wohl mit der Schwere - seiner.
Innenhof: aus vier nebeneinanderliegenden großen Fenstern (darüber Bögen aus zweierlei Ziegeln), die mit dunklen graugrünen Vorhängen zugezogen sind, fotographiert ein junger Mann. Mal den einen, mal den anderen Vorhang zieht er beiseite und steht da, nur mit einer Kamera bekleidet.
Ein großer Vogel, halb schwarz, halb nebelgrau, sitz auf dem Rand eines Abfallkorbes im Görlitzer Park, hinter ihm: Wiese, Bäume - vereinzelt - und noch ein Stück des graffitibedeckten, ehemaligen Bahnhofs. Unter ihm ist strahlendweißer Müll.
Ein Radfahrer durchquert eine große Pfütze, die den ganzen Weg einnimmt, dabei aber um eine leichte Erhebung, wie um eine Halbinsel, mit ihren leichten Wellen kuriose Muster zieht.
Ein Hund mit menschlich missgelaunter Miene zieht vorbei.
Über der Bahntrasse tropft ein Schwarm Vögel in den Blick, schwingt sich höher ins abendlich Bläuliche und verschwindet fast, noch während ein Junge erstaunlich schön erstaunt ein Wort beginnend mit w ausspricht (aber welches?)... um später wieder, vor dem auf den Dom gerichteten Auge, zu erscheinen - in abwechselnden Formen. Die Vögel, schwarz gegen den Himmel, lassen einem Schwarm weiß aufblitzender, hellgrauer, in der Luft tanzender Dinger Raum. Sie setzen sich in die Bäume und zwitschern. Unter den Bäumen übertönt ihr Gezwitscher für uns fast den Hubschrauberlärm. Aus dem Hubschrauber fallen die in der Luft tanzenden Dinger. Gedichteregen geht auf eine Menge nieder, in der ich viele greifen, aber keinen lesen sehe. Begreifen sie, was Gedichte sind?
Ein Alter kämpft mit seinem Regenschirm - nicht mit dem Wind - wohl mit der Schwere - seiner.
Innenhof: aus vier nebeneinanderliegenden großen Fenstern (darüber Bögen aus zweierlei Ziegeln), die mit dunklen graugrünen Vorhängen zugezogen sind, fotographiert ein junger Mann. Mal den einen, mal den anderen Vorhang zieht er beiseite und steht da, nur mit einer Kamera bekleidet.
Ein großer Vogel, halb schwarz, halb nebelgrau, sitz auf dem Rand eines Abfallkorbes im Görlitzer Park, hinter ihm: Wiese, Bäume - vereinzelt - und noch ein Stück des graffitibedeckten, ehemaligen Bahnhofs. Unter ihm ist strahlendweißer Müll.
Ein Radfahrer durchquert eine große Pfütze, die den ganzen Weg einnimmt, dabei aber um eine leichte Erhebung, wie um eine Halbinsel, mit ihren leichten Wellen kuriose Muster zieht.
Ein Hund mit menschlich missgelaunter Miene zieht vorbei.
Über der Bahntrasse tropft ein Schwarm Vögel in den Blick, schwingt sich höher ins abendlich Bläuliche und verschwindet fast, noch während ein Junge erstaunlich schön erstaunt ein Wort beginnend mit w ausspricht (aber welches?)... um später wieder, vor dem auf den Dom gerichteten Auge, zu erscheinen - in abwechselnden Formen. Die Vögel, schwarz gegen den Himmel, lassen einem Schwarm weiß aufblitzender, hellgrauer, in der Luft tanzender Dinger Raum. Sie setzen sich in die Bäume und zwitschern. Unter den Bäumen übertönt ihr Gezwitscher für uns fast den Hubschrauberlärm. Aus dem Hubschrauber fallen die in der Luft tanzenden Dinger. Gedichteregen geht auf eine Menge nieder, in der ich viele greifen, aber keinen lesen sehe. Begreifen sie, was Gedichte sind?
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